KP056 Disenchanted Fish in the Sea

„All power to all the people.“

Zurück vom Podstock, dem Podcast-Festival, haben wir uns den neuesten Film aus dem Werk Spike Lees vorgenommen: „BlacKkKlansman“. Spike Lee ist ja dafür bekannt, Filme zu machen, die schwarze Menschen in den Mittelpunkt stellen und der rassistischen Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Wir versuchen, herauszuarbeiten, inwiefern ihm das hier gelingt, wie ein gewisser Parallelismus im Inszenieren die Aussagen des Films unterstützt und welche Rolle die groß aufspielenden John David Washington und Adam Driver dabei spielen.

Etwas „leichter“ wird es mit der neuesten Realverfilmung aus dem Hause Disney: „Christopher Robin“ bringt uns die Figuren aus Winnie Puuh zurück – nur dass Christopher mittlerweile erwachsen ist und eine Familie hat. Aber wird es deshalb gleich ein Film für Erwachsene? Wir besprechen die Emotionalität des Films, die Frage, ob wir wirklich noch neue Geschichten von Männern brauchen, die erst einmal lernen müssen, dass Arbeit nicht alles ist, und finden heraus, was eigentlich ein „A Fish in the Sea“-Manager sein soll.

Auf der Serien-Seite werfen wir einen Blick auf „Disenchantment“, die neue Serie von „Simpsons“- und „Futurama“-Schöpfer Matt Groening. Heiß ersehnt von den Fans der alten Klassiker geht es auf den Spuren von „Game of Thrones“ & Co. ins Mittelalter. Wie gefallen uns das Figurentrio Prinzessin Bean, Dämon Luci und Elfo, der Elf sowie die Dynamiken zwischen ihnen? Sind die Geschichten, die erzählt werden, on point oder ein Abklatsch von Altem? Und wie sieht es eigentlich mit dem Zeichenstil aus – passt das zu diesem Thema? Das und viel mehr hört ihr in der neuen Ausgabe „Die Kulturpessimist*innen“!

Eric Email Mr_Eric_S Amazon Wishlist
Christopher Facebook Email Twitter Generic Wishlist Liberapay Paypal.me Amazon Wishlist
Becci Facebook Instagram Email Twitter Amazon Wishlist

3 Comments

  1. Ich sag mal so: Es tat meiner Erfahrung mit “BlacKkKlansman” gut, dass ich dieses Semester ein Seminar zu Literatur um Sklaverei belegt habe (Sidenote: Die Dozentin des Seminars saß im Kino zufällig neben mir). Da stecken einfach sehr, sehr viele historische und intertextuelle Bezüge drin. In dem Kontext kann ich “13th” auf Netflix empfehlen. Die Doku beleuchtet die Ausnahme vom 13. Verfassungszusatz, die dafür sorgt, dass Sklaverei in den USA weiterhin legal ist, solange Strafgefangene die Sklav*innen sind. Damit hängt auch Patrices Ablehnung der Polizei zusammen. Sie sieht die Polizei als Erfüllungsgehilfen der Fortführung von Sklaverei. Nicht umsonst lehnen viele Bürgerrechtler*innen Gefängnisse komplett ab. Gleichzeitig haben staatliche Institutionen der USA Schwarzen etwa 400 Jahre lang nie wohlwollend gegenübergestanden. Marshalls haben geflohene Sklaven eingefangen, Polizisten Bürgerrechtsdemos niedergeknüppelt. Woher soll da Sympathie für die Polizei kommen?

    Was der Film zu “Birth of a Nation” andeutet ist tatsächlich historisch korrekt: Einige Praxen des KKK stammen komplett aus dem Film. Beispielsweise wurde erst danach das Verbrennen von Kreuzen eingeführt. Der Klan bekam nach dem Film massiven Aufwind.

    Die Gegenüberstellung von KKK und Black Panthers fand ich genauso gelungen, wie Becci. Das fand ich sehr geschickt gemacht.

  2. Erstmal danke für die Erwähnung! Ich konnte mich selbst kaum noch an den Kräuterkunde-Tweet erinnern.

    1. Von Disenchantment war ich überrascht, begeistert, und überraschend begeistert. Ich habe mich beim Sehen auch immer wieder gefragt, wie woke die Serie ist oder wie sehr sie sich nur an aktuellen Themen aufhängt. Ich liebe die Figur des King Zøg, die für eine alte patriarchische Weltvorstellung steht und immer wieder coole Metakommentare einstreut. (sinngemäß z.B. “Du hast als Prinzessin und als Nonne versagt! Was soll ich tun? Das sind alle Karrieren für Frauen, die ich kenne!”) Das hätte ich von einem Team, das vorwiegend die alte Futurama/Simpsons-Riege fortsetzt, nicht erwartet. Dann gab es aber Momente wie die erwähnte Greifin, die einfach nur peinlich waren. Da ist definitiv Luft nach oben.
    Am Rande bemerkt gibt es im Writing-Staff sehr wohl eine Frau, die an mehr als einer Folge mitgearbeitet hat, nämlich Shion Takeuchi, die zuletzt bei Gravity Falls dabei war. Das ist wirklich nicht sehr viel, sollte aber der Richtigkeit halber erwähnt werden.

    2. Spike Lee ist mein absoluter Lieblingsregisseur. An einer Stelle fasst ihr sehr gut zusammen, was viele seiner Filme für mich ausmacht: Er hält dem weißem Publikum den Spiegel vor. Immer mit Wut, aber nie mit Hass.
    BlacKkKlansman ist eine echte Bombe geworden und ich mag ihn sehr, muss mich aber Teilen der Boots-Riley-Kritik anschließen. Dieser Spike Lee Joint enthält mir ausnahmsweise *zu wenig* Wut. Die versöhnliche Polizeiszene am Ende ist nur ein Beispiel dafür, dass fast alle Aspekte, die das problematische und rassistische System Polizei betreffen, gestrichen oder weichgespült wurden. Natürlich ist es kein Zwang, das alles zu zeigen, aber von Spike Lee hätte ich mehr erwartet. Er war in der Vergangenheit immer der erste, der öffentlich rassistische Polizeigewalt etc. kritisiert hat. Einer seiner letzten Filme war eine Spoken Word Performance von Roger Guenveur Smith, ein einziger wilder Rant zum Thema. Dass Spike Lee gerade erst 200.000$ vom NYPD für eine Werbekampagne bekommen hat, ist zwar auffällig, aber schon eine halbe Verschwörungstheorie.
    Fazit: Ich bin persönlich ein wenig enttäuscht von einem meiner Vorbilder. Boots Riley auch.

    3. Zu Christopher Robin habe ich nichts zu sagen, aber das völlig bescheuerte Gefühl, dass er sich benachteiligt fühlt, wenn ich zu beiden anderen Themen einen Kommentar abgegeben habe.
    In diesem Sinne freue ich mich nach eurer Besprechung noch mehr auf den Film als vorher. Was soll bei dieser Prämisse und diesem Ewan McGregor () schon schiefgehen?

  3. Spannend wieviel ihr aus Disenchantment rausholt bzw. darin seht. Ich habe erwartet (und auch bekommen): eine neue Zeichentrick/Animationsserie von Matt Groening auf Netflix. Ich war am Anfang skeptisch weil die Trailer so nichts sagend waren, aber die erste Staffel hat mich dann insgesamt doch sehr unterhalten. Es trifft genau meinen Humor, auch die Charaktere gefallen mir gut soweit. Die angeblichen Ähnlichkeiten zu bekannten Figuren sehe ich nirgends, bzw. kommen bei mir nicht an. Schön fand ich die Story mit ihrer Mutter am Ende und bin gespannt auf den zweiten Teil.
    Die Simpsons gucke ich immer noch gerne, aber die alten Staffeln haben zweifelsohne mehr Charme. Mit Futurama wurde ich nie so richtig warm, hab es aber dennoch geguckt wenn es auf Pro7 lief.
    Alles in allem ist Disenchantment, wie Eric sagte, ein lauwarmes Fußbad dass man sich gemütlich angucken kann, man wird gut unterhalten aber auch nicht zu sehr gefordert das Geschehen zu verfolgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.