KP046 Atomic Defenders

KP046 Atomic Defenders Jessica, Luke, Matt und....Charlize Theron sind unsere liebsten Defenders diese Folge. Außerdem reden wir über unser aller Liebling Bae Doona und ihre Rolle in der koreanischen Krimi-Serie "Stranger". Zum Schluß besprechen wir den deutschen Film "Jugend ohne Gott" und reden über einen neuen Steven Universe Podcast.
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One Comment

  1. Dunderklumpen

    Okay, ich seh schon… jetzt werd ich die Serie wohl doch anfangen. Euer Gespräch hat mich neugieriger gemacht als gedacht.

    Sprache und soziales Gefälle:
    *lol*
    Nach spätestens einem KDrama hast du plötzlich die koreanischen Basics drauf wie “Hallo”, “Auf Wiedersehen”, “Danke”, “Bitte” oder “Guten Appetit”. Das geht rux flux:D

    Was ein bisschen verloren geht sind a.) Wortspielereien, weil manche Begriffe oft mehrere Bedeutungen haben und b.) die Verdeutlichung der Hierarchie zwischen den Figuren. Schon allein an der Anrede (oder wie sie sich ändert) kann man das Verhältnis der Charaktere zueinander herauslesen und wo sich Beide im sozialen Gefälle und zu den Figuren drum herum befinden.
    Ich war zum Beispiel nach meinem ersten KDrama total verwirrt, weil “Oppa” mal mit “Herr”, mal mit “Onkel” und mal mit “großer Bruder” übersetzt wurde. Aber das sind alles Bedeutungen, die aus der Hierarchie heraus entstehen und dann auch stimmen.

    Die Szene, die ihr beschrieben habt, in der die weibliche Hauptfigur aus Verlegenheit über ihre Bilder ein bisschen schummelt, ist natürlich auch eine der Szenen, die ganz deutlich zeigt, wie anders sie ist. Und zwar nicht nur, weil sie selbst Bildchen malt und aufhängt, sondern einfach die Tatsache, dass sie in ihrem Alter noch nicht verheiratet ist und Familie hat.

    Kdramas haben da eine seltsame Dichotomie. Zum einen haben sie oft starke Frauenfiguren, die erhobenen Hauptes durchs Leben gehen und großartige Karrieren bestreiten, andererseits sind diese auch immer unverheiratet, was in der konservativen koreanischen Tradition eine Katastrophe ist. Wenn eine Frau in dem Alter es nicht geschafft hat, verheiratet zu sein und eine Familie zu gründen, dann kann irgendwas mit ihr nicht stimmen!
    Das unterstreicht quasi diese “Outsider”-Stellung, die die Figur in der Serie im direkten Vergleich hat. Insbesondere mit der Mutter, deren Existenz quasi gescheitert ist (obwohl sie das Familienideal erfüllt hat). Insofern ist das wirklich spannend, denn das wird der Hauptfigur, so wie ich das von eurer Kritik herauslese, nicht wirklich offen vorgeworfen.

    Und so haben wir quasi zwei “nicht-konforme” Figuren, die sich zu einem Ermittlungs-Duo zusammenraufen und trotzdem wunderbar funktionieren (oder vll. gerade deswegen).

    Davon abgesehen ändert sich das natürlich IRL auch in Korea. Aber diese unterschwellige Vorstellung steckt trotzdem noch sehr stark in den Köpfen und in der Bevölkerung an sich.

    Damit hängt auch der sehr komplizierte Ehrbegriff zusammen, der tatsächlich grob gesehen ähnlich wie in Japan ist. Zumindest so wie ich das als Laie nachvollziehen kann.

    *

    Kleidung:
    Übrgens sind Kdrama-Charaktere immer wahnsinnig gut gekleidet. In den meisten Fällen sind das Designer-Klamotten, die sich kein normaler Mensch leisten kann – geschweige denn Tragen, wenn man nicht klein und zierlich ist;)
    Aber ich schau die Serien auch immer und denke: “WILL*HABEN*JETZT!”
    Das gehört mit zum “polierten” Stil zeitgenössischer Kdramas. Da das quasi die Baseline ist, kann man aus dem “anders” gekleidet sein oder eben aus der Tatsache, dass eine Figur vielleicht etwas schlampiger gekleidet ist, schon eine ganze Menge herauslesen.
    Und hier passt es ja auch inhaltlich mit den Charakteren zusammen. Wobei man auf der Arbeit selbstverständlich ordentlich gekleidet sein muss. Insbesondere, wenn man für den Staat arbeitet. Nichts von wegen “business casual”.
    Manche Dramas haben auch eine (exklusive) Zusammenarbeit mit Designlabels – übrigens ein weiterer Kanal der Vermarktung.

    *

    Durchgehende Storyline:
    Dass eine Storyline sich durch eine komplette Serie zieht, ist üblich. Manchmal passiert so viel mit so vielen Wendungen, dass man am Ende das Gefühl hat, man hat zwei unterschiedliche Serien gesehen, weil der Anfang irgendwie gar nicht mehr zum Ende passt.
    Gelungen ist es dann, wenn die Wendungen Sinn machen, aber manchmal fühlt es sich auch übers Knie gebrochen an für den besonderen Schockeffekt.
    IdR endet eine Folge auf Cliffhanger oder Schockmoment, damit man unbedingt die Anschlussfolge sehen möchte.
    Ist das bei Stranger auch so oder haben sie das für das Genre “Police Procedural” geändert?

    *

    Ja, natürlich stellt ein Koreanischer Regisseur Koreaner anders da. Im Idealfall ohne die typischen Klischees. Aber es bleibt KDrama. Zwar zurückgeschraubt, aber die Figuren haben bestimmte Eigenschaften oder es gibt bestimmte Szenen, die es in allen KDramas gibt. Im Worst Case-Szenario sind das dann Schablonen-Charaktere, im Best Case-Szenario Individuen, die nur bestimmte Tropes bedienen. Stranger klingt nach Letzterem. Aber es ist nicht völlig frei von Klischees. Es sind eben nur andere als die, die wir vom westlichen TV gewohnt sind und deshalb sofort erkennen.

    *

    Zu Dramaworld: Es ist eine Parodie und gleichzeitig ein typisches Liebes-KDrama (böse Zungen würden von Mary Sue in Fanfic-World reden;). Aber es ist ganz schön, weil es eben die klassischen KDrama-Tropes auf den Arm nimmt. Und man hat natürlich immer den Außenblick drauf, den ein Fan bzw. das Publikum hat.

    Sorry! Langer Kommentar ist lang.

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